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Wertvolle Kooperation

Workshop "Lite" war erfolgreich

Ca. 35 Personen fanden sich am Samstag, den 29. August 2020, in Usingen, in der Hugenottenkirche, zu einem Workshop-Tag „Lite“ (durch die Corona Regeln musste die Teilnehmerzahl begrenzt werden) von Pro Uganda zusammen. Der Vorstand, Karsten Schulz und Manfred Holzmann, begrüßte alle Teilnehmer herzlich, die zum Teil aus ganz Deutschland angereist waren. Schwerpunkte der Veranstaltung sollten sein, zunächst die Arbeit von Pro Uganda der letzten 7 Jahre Revue passieren zu lassen und den aktuellen Stand durch die Corona-Situation in Uganda zu erläutern. Aber dann sollten auch Kooperationspartner von Pro Uganda zu Wort kommen, um ihre Projekte und Tätigkeiten in Afrika vorzustellen. Das besondere technische Highlight des Workshops war, das Kooperationspartner, die nicht persönlich vor Ort sein konnten, per ZOOM-Konferenz live über einen Beamer dazugeschaltet waren.

Karsten Schulz ließ zuerst in einem musikalischen Foto/Video Clip die letzten 7 Jahre der Pro Uganda Arbeit Revue passieren. Dann berichtete er, dass seit der Eröffnung der Prothesen-Werkstatt im Jahr 2017 insgesamt 1000 Patienten geholfen werden konnte. Während des Corona Lockdowns in Uganda von März bis Ende Mai, musste die Werkstatt geschlossen werden. Trotzdem nutzten die Mitarbeiter von Pro Uganda die Zeit und verteilten Lebensmittel an hilfsbedürftige Menschen. Jetzt läuft der Betrieb in der Werkstatt wieder komplett weiter.

Als erster Kooperationspartner präsentierten zwei Mitarbeiter von „Enevra“ ihr Projekt. Enevra (Enable every amputee) besteht aus einer Gruppe von Studierenden der FH Aachen. Das Projektziel ist die medizintechnische Versorgung im Bereich der Handprothetik von Menschen in einkommenschwachen Ländern. Die Herstellung von Low-Budget Prothesen wird durch den kostengünstigen Fertigungsprozess von Altplastik im modernen 3D Druck-Verfahren realisiert. Somit ist es möglich, individuelle, an den Patienten angepasste, Hand-Prothesen herzustellen. Diese sind sowohl kosmetisch, als auch funktionell einsetzbar. Mit der Produktion und dem Verkauf durch Partner vor Ort möchten die Studierenden eine nachhaltige Versorgungsstruktur schaffen. Ihr Ziel ist es, durch zugängliche Prothesen die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern.

Als nächster Kooperationspartner war Heinz Trebbin live über Zoom dazugeschaltet. Er ist als Orthopädietechnikermeister über 25 Jahre in vielen Entwicklungsländern weltweit unterwegs gewesen und hat arme, bedürftige Menschen prothetisch versorgt. Seit einigen Jahren ist er Geschäftsführer der DOI ortho-innovativ GmbH in 87448 Waltenhofen, Deutschland. Diese verwirklicht als Ziel Qualitätsprodukte zu fairen Konditionen anzubieten, sowie an der Forschung und Entwicklung neuer Produkte zu arbeiten. DOI hat verlässliche Kontakte in allen Regionen der Welt.
In verschiedenen Forschungsprojekten und Kooperationen entstanden zum Beispiel der Niagara Fuß und das wasserfeste All-Terrain-Knie, welche neben vielen Struktur- und Funktionspassteilen über DOI bezogen werden können.

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Carolin Scherer (27) hat im Jahr 2019 an der Universität Göttingen ihren Master im Fachbereich Orthobionik abgeschlossen und unterstützte anschließend Pro Uganda für 5 Monate in der Prothesen-Werkstatt. Sie berichtete den Teilnehmern des Workshops von ihren vielseitigen Aufgaben und auch damit verbundenen Erfahrungen.

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Judith Axmann (31) schloss sich dem Beitrag von Carolin Scherer an. Sie ist Orthopädie-Technikerin und lebt eigentlich im Allgäu, seit einem Jahr aber für unbegrenzte Zeit in Afghanistan, wo sie in einer Firma für medizinische Beratung tätig ist. Sie kennt das Gefühl, kleine Kinder zu versorgen, deren Gliedmaßen amputiert werden mussten. Ein halbes Jahr habe sie benötigt, die Sprache zu lernen. Des Weiteren berichtete sie, dass sie es als Frau nicht leicht habe in Afghanistan. Sie muss viele kulturelle Regeln beachten und im Rahmen der Sicherheit sehr wachsam sein. Deshalb darf sie auch nur Frauen behandeln. So streng seien die Regeln in Uganda nicht gewesen, wo sie im Somnmer 2018 im Rahmen von „Come and work“ für Pro Uganda in der Werkstatt gearbeitet habe.

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